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Namen der Rosen

Rosen - Namensgebung: Alfred Krupp (26.4.1812-14.7.1887) Biografie

Rose 'Friedrich Alfred Krupp'


Alfred Krupp, der Sohn von Friedrich Krupp (1787–1826), machte aus der 1811 gegründeten Fabrik seines Vaters einen Weltkonzern und die bis dahin eher unbedeutende Stadt Essen zum wirtschaftlichen Zentrum des Ruhrgebietes.
Um 1870 ließ Alfred Krupp größere Arbeitersiedlungen mit Schulen und Konsumanstalten bauen. Die Gartenstadt-Idee, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts in England aufgekommen und von Ebenezer Howard 1898 formuliert worden war, wurde bei dieser Siedlung bereits in Ansätzen verwirklicht. Die Siedlung Altenhof bestand aus einer ganzen "Flucht von schmucken Villen aus Holz und Backsteinen, [...] die inmitten von Gärtchen und jungen Bäumen einen hübschen, lachenden Anblick gewähren und durch grün angestrichene Gitter von der Straße getrennt sind", wie es in einem Artikel des französischen Journalisten Jules Huret heißt, der das Ruhrgebiet zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereiste.

Zitat von Alfred Krupp:
Ich glaube, daß es ökonomisch und sittlich erwogen, sehr nützlich ist, die Arbeiterfamilie für Gartenkultur zu gewinnen. Die Männer verlieren den Zug zum Wirtshaus und Frauen und Kind haben Freude an der Ernte.

Sitz der Firma war die "Villa Hügel", mit 269 Räumen auf einer Fläche von 8100 m² verteilt das größte Einfamilienhaus in Essen, und sogar von ganz Deutschland. 1873 fertiggestellt, diente das Gebäude gut sieben Jahrzehnte lang gleichzeitig als Wohnhaus und Repräsentationsgebäude für drei Generationen.

Villa Hügel liegt in einem 28 Hektar großen Park an prominenter Stelle über dem Ruhrtal und dem (damals allerdings noch nicht existierenden) Baldeneysee.
Auf dem riesigen Gelände, as 60 Meter Höhenunterschied überwindet, entstand ab 1869 die Gartenanlage, gegliedert in einen oberen und einen unteren Terrassengarten. Im Gegensatz zu der formal-architektonischen Prägung des oberen Gartens war der untere Garten „landschaftlich“ gestaltet, mit Bäumen, Teich, Grotte, Rasenflächen und einem geschwungenen Wegesystem. Rechteckige Rasensegmente, ein Lindenhain, Springbrunnen, Teppichbeete, Mauern und ein umlaufender Laubengang mit Pavillons gaben dem oberen Garten sein Gesicht. Der obere und der untere Garten waren durch eine Pavillontreppe verbunden (heute durch einen Rasenhang). Gewächshäuser und Obst- und Gemüsegärten wurden angelegt, eine Gärtnerei errichtet.. Da Alfred Krupp "einen Wald von Bäumen um die Besitzung ... "noch bei Lebzeiten genießen" möchte, ließ er fünfzigjährige Buchen, Eichen, Platanen, Tannen und Fichten in den Park verpflanzen.

Während unter Alfred Krupp hauptsächlich einheimische Pflanzen den Weg in den Park fanden, änderte sich dies nach seinem Tod. Unter Friedrich Alfred Krupp (1854-1902) und später Bertha Krupp von Bohlen und Halbach wandelte sich der Park mehr und mehr zu einem Repräsentationsobjekt. So wurden zunehmend seltene und exotische Pflanzen, wie die Anlage einer Orchideenzucht unter dem Nachfolger Betes Friedrich Veerhoff zeigt, eingesetzt.

Die sogenannte "Bereinigung" im Jahre 1981 prägt das heutige Erscheinungsbild der Gesamtanlage. Ein Teil der großen Gehölzvielfalt, die den Krieg unbeschadet überstanden hatte und etliche Gebäude fielen entsprechenden Maßnahmen zum Opfer. Große landschaftlich gestaltete Rasenflächen und Reste des alten Baumbestandes lassen die ursprüngliche Gestaltungsabsicht nicht mehr erkennen, die Zonierung des Parks ging verloren.Dennoch lädt der Park den Besucher heute zu ausgiebigen Spaziergängen durch abwechslungsreiche Wald- und Wiesenflächen und zu den botanischen Besonderheiten ein und ist Bestandteil der Route Industriekultur. Sehenswert ist die historische Sichtachse von Tor II zum Haupthaus mit Solitär- und Gruppenpflanzen von Großbäumen und Rhododendren.

Nach dem frühen Tod des Sohnes von Alfred Krupp, Friedrich Alfred, der die Firma übernommen hatte und dem der deutsche Züchter Nicola Welter 1903 posthum eine remontierende, gefüllte Teerose 'Friedrich Alfred Krupp' widmete, wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, bei der die Aktien weitestgehend im Besitz der älteren Tochter und Erbin Bertha Krupp von Bohlen und Halbach (1886 - 1957) blieben.

Die "Stiftung für Wohnungsfürsorge" - gegründet von Margarethe Krupp, seit 1902 verwitwete Ehefrau von Friedrich Alfred, beauftragt e1908 den Darmstädter Reformarchitekten Georg Metzendorf (1874-1934) mit den Plänen für eine Siedlung für alle Essener Bürger, nicht nur für die Kruppianer. Sie wurde nach der Stifterin "Margarethenhöhe" genannt und bildet heute einen eigenen Stadtteil von Essen.
Seit 1987 steht die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstörte, aber rekonstruierte Gartenvorstadt unter Denkmalschutz.

Der älteste Sohn von Bertha Krupp von Bohlen und Halbach, Alfried, der mit der Umwandlung des Unternehmens in eine Einzelfirma der letzte Alleininhaber war, gründete die "Kulturstiftung Ruhr" mit der satzungsgemäßen Aufgabe, "dem kulturellen Leben im Ruhrgebiet neue Impulse zu geben und ihm Maßstäbe und Ziele zu setzen".
Seit 1953 finden dort national und international bedeutende Kunstausstellungen statt und so ist die Villa Hügel - mit ihrem Park - ist bis heute eines der wichtigen kulturellen Zentren des Landes.

Nach dem Tod Alfried Krupp von Bohlen und Halbachs im Jahr 1967 wurde die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung Eigentümerin des Unternehmens. Sie ist heute als Aktionärin maßgeblich an der Thyssen Krupp AG beteiligt.

Quelle u. a. Spur einer Industriellenfamilie - Essen und die Krupps

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