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Adventskalender

Lewis Carrol kerzeAlice im Wunderland (Auszug)

Am Eingang zum Garten stand ein großer Rosenbusch,
der weiße Blüten trug.
Drei Gärtnerinnen waren eifrig damit beschäftigt, sie rot anzumalen.
Das fand Alice sonderbar, trat neugierig näher, und als sie hinter den Gärtnerinnen stand,
hörte sie die eine sagen: "Paß doch auf, Fünf!
Du bespritzt mich mit der Farbe!"
"Dafür kann ich nichts!" rechtfertigte sich Fünf mürrisch.
"Sieben hat mich mit dem Ellenbogen angestoßen."
Die Sieben blickte auf. "Das hab' ich gern, Fünf!" schalt sie.
"Immer schiebst du anderen Leuten die Schuld in die Schuhe!"
"Du solltest lieber den Mund halten, Sieben!"
brummte die Fünf. "Gestern hörte ich die Königin sagen, daß du eigentlich enthauptet werden müßtest." "Weshalb?"
fragte die Gärtnerin, die zuerst gesprochen hatte.
"Das geht dich nichts an, Zwei!" wies Sieben sie zurecht.
"Doch geht sie das was an!" widersprach die Fünf.
"Und ich sag's ihr auch - weil du dem Koch Tulpenzwiebeln gebracht hast anstelle von Küchenzwiebeln."
Die Sieben warf ihren Pinsel zu Boden und platzte los:
"Na, von allen Ungerechtigkeiten..."
Da fiel ihr Blick auf die hinter ihnen stehende Alice.
Sie stockte, die anderen Gärtnerinnen drehten sich ebenfalls um,
und alle verneigten sich tief bis zum Boden.
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"Würdet ihr mir vielleicht sagen, warum ihr die Rosen anmalt?"
fragte Alice schüchtern.
Die Fünf und die Sieben warfen der Zwei einen auffordernden Blick zu.
"Wissen Sie, gnädiges Fräulein", flüsterte diese,
"hier sollte nämlich ein roter Rosenbusch hin,
und wir haben aus Versehen einen weißen gepflanzt.
Wenn die Königin das rauskriegt, werden wir alle enthauptet.
Deshalb geben wir uns die größte Mühe,
um fertig zu werden, bevor sie kommt, und..."

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"Die Königin! Die Königin!" rief Fünf,
die inzwischen ängstlich Ausschau gehalten hatte,
und die drei Gärtnerinnen warfen sich sofort flach aufs Gesicht.
Alice vernahm Schritte und dreht sich gespannt um.
Zuerst kamen zehn mit Piken bewehrte Soldaten.
Sie bestanden - ebenso wie die Gärtnerinnen - aus Rechtecken,
an deren Ecken die Arme und Beine saßen, und gingen paarweise.
Das taten auch die nachfolgenden Höflinge,
die mit Diamantenkreuzen und Brillantkaros geschmückt waren.
Hinter ihnen hüpften - Hand in Hand und auch zu zweit -
die fröhlichen kleinen Königskinder in ihren mit Herzen besetzten Kleidchen.
Den Königskindern schlossen sich die Gäste an,
hauptsächlich Könige und Königinnen.
Mitten unter ihnen hüpfte das Weiße Kaninchen.
Es ergoß sich in einem aufgeregten Redefluß, lächelte zu jeder Bemerkung und ging an Alice vorüber,ohne sie zu erkennen.
Dann kam der Herzbube;
er trug auf einem purpurroten Samtkissen die Königskrone.
Und am Schluß des prunkvollen Zuges kamen ...
der Herzkönig und die Herzkönigin.

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Ratlos überlegte Alice, ob sie dem Beispiel der drei Gärtnerinnen folgen
und sich mit dem Gesicht zu Boden werfen sollte,
aber sie konnte sich nicht entsinnen,
irgendwo gehört zu haben, daß dies bei Festzügen Brauch ist.
"Und außerdem", sagte sie sich,
"hat ein Festzug doch keinen Sinn,
wenn sich die Zuschauer aufs Gesicht werfen müssen,
so daß sie ihn gar nicht sehen können."
Deshalb blieb sie stehen und wartete ab.
Bei Alice angelangt, kam der Festzug ins Stocken,
alle Teilnehmer starrten sie an,
und die Herzkönigin fragte finster:
"Wer ist das?" Ihre Frage war an den Herzkönig gerichtet,
der sich aber nur lächelnd verbeugte.
"Idiot!" schimpfte die Königin, warf ungeduldig den Kopf zurück
und wandte sich Alice zu.

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"Wie heißest du, Kind?"
"Alice, wenn Majestät nichts dagegen haben",
erwiderte Alice mit ausgesuchter Höflichkeit.
Aber sie dachte: Ach was, das sind nur Spielkarten,
vor denen brauch' ich keine Angst zu haben!
"Und wer sind die?" fragte die Königin weiter
und zeigte auf die drei Gärtnerinnen,
die rings um den Rosenbusch auf der Erde lagen.
Da sie auf dem Bauch lagen und ihr Rücken das
gleiche Muster trug wie bei den übrigen Spielkarten,
konnte die Königin nicht erkennen,
ob es Gärtnerinnen waren oder Soldaten oder gar drei ihrer eigenen Kinder.
"Woher soll ich das wissen?" fragte Alice zurück,
verblüfft über ihre eigene Kühnheit.
"Das geht mich nichts an."
Die Königin wurde knallrot vor Wut,
funkelte sie mit einem Raubtierblick an und brüllte:
"Schlagt ihr denKopf ab! Schlagt ihr den..."
"Unsinn!" widersprach Alice laut und entschieden.
Die Königin verstummte.
Der König legte ihr die Hand auf den Arm.
"Bedenke doch, meine Liebe, sie ist noch ein Kind!"
murmelte er schüchtern.
Zornig kehrte ihm die Königin den Rücken und befahl dem Herzbuben:
"Dreh' sie um!"
Der Herzbube trat vor und drehte die Gärtnerinnen
sorgfältig mit der Fußspitze auf die Vorderseite.
"Aufstehn!" befahl die Königin mit schriller Stimme.
Blitzschnell sprangen die drei Gärtnerinnen auf die Beine
und verneigten sich vor der Königin,
dem König und sämtlichen sonstigen Anwesenden.
"Laßt das!" kreischte die Königin. "Ihr macht mich kribblig!"
Sie betrachtete den Rosenbusch. "Was habt ihr da angestellt?"
Demütig ließ sich die Zwei auf ein Knie nieder. "Majestät zu dienen!" stammelte sie.
"Wir haben versucht..."
"Ich seh' schon!" fiel ihr die Königin scharf ins Wort.
"Schlagt ihnen die Köpfe ab!"

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Und während sich der Festzug wieder in Bewegung setzte,
blieben drei Soldaten zurück,
um die unglücklichen Gärtnerinnen hinzurichten,
die bei Alice Schutz suchten.
"Ihr werdet nicht geköpft!" erklärte Alice
und steckte alle drei in einen großen Blumentopf, der neben ihr stand.
Die Soldaten streiften ein paar Minuten lang suchend umher
und marschierten dann seelenruhig dem Festzug nach.
"Sind die Köpfe ab?" schrie die Königin.
"Zu Befehl, die Köpfe sind ab, Majestät!"
schrien die Soldaten zurück.
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BuchtippBuchtipps: Die komplette Geschichte im Insel Taschenbuch: Alice im Wunderland
Frischmuth, Barbara Alice im Wunderland neu erzählt u. ill. v. Jassen Ghiuselev

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