Etlichen Mätressen ist eine Rose gewidmet, so auch dieser Dame,
der Mätresse des französischen Königs Heinrich II die Teerose
'Diane de Poitiers' von Vibert aus dem Jahr 1818.
Diane de Poitiers galt als ebenso schön wie habgierig und machtbesessen,
als das klassische Beispiel einer noch im hohen Alter reizvollen und begehrenswerten
Frau. Die Witwe des Grafen Ludwig de Breze war vermutlich zuerst die Freundin
König Franz I., der sie bat, seinen Sohn Heinrich (1519-1559) zu erziehen.
Heinrich wurde am 28. Oktober 1533 vierzehnjährig mit der gleichaltrigen
Katharina von Medici verheiratet (eine Nichte von Papst Clemens VII; aus
der Ehe gingen zehn Kinder hervor, von denen drei als Säuglinge starben).
Dann aber verliebte sich der 17-jährige Thronfolger Heinrich in die
um 20 Jahre ältere Diane.
Als er 1547 den Thron bestieg, ernnannte er seine Geliebte
zur Herzogin von Valentinois, schenkte er ihr die Kronjuwelen und das Schloss
Chenonceau.
Mit den großzügigen Unterhaltszahlungen durch den König
konnte sie das Schloß (ebenso wie ihr Schloß Anet) durch den
damals berühmtesten Architekten, Philibert Delorme (1510-1570) umbauen
lassen. Sie ließ es mit einer Brücke über den Fluß
Cher erweitern und begann den ersten Garten anzulegen, ein großes
Parterre im Renaissance-Stil nordöstlich des Schloßes. Kostbare
Obstsorten wurden hier angebaut, als besondere Raritäten Melonen und
Artischocken, sowie Rosen, Lilien, Erdbeeren, Veilchen und Maulbeerbäume.
Ganz Frankreich und alle Höfe Europas wussten um das Verhältnis,
Heinrich nicht nur dadurch dokumentierte, in dem er in jedem Turnier die
Lieblingsfarben seiner Mätresse - Schwarz-Weiß - trug, Diane
bestimmte die Politik des Königs, erzog die Königskinder. Die
verfeinerte Lebensform des Hofes, der zum kulturellen Mittelpunkt Frankreichs
wurde, war nicht zuletzt dem Einfluß Dianes zu danken Sie beherrschte
König Heinrich völlig und bestärkte ihn als Katholikin in
der Verfolgung der Hugenotten. Außerdem verheiratete sie ihre beiden
Töchter vorteilhaft mit Mächtigen des Reiches und pflegte eine
gute Freundschaft mit dem Connetable Montmorency, dem "heimlichen König".
Heinrichs uneheliche Tochter Diane de Valois (1538-1619) ist wahrscheinlich
nicht Diana von Poitiers Tochter, obwohl sie nach ihr benannt und von ihr
erzogen wurde.
Als König Heinrich II. einem tragischen Unglück zum Opfer
gefallen war (1559), konnte Königin Katharina endlich die inzwischen
60 Jahre alte Rivalin vom Hofe verbannen. Sie mußte sowohl die Kronjuwelen
als auch ihr Schloss Chenonceau zurückgeben. Im Austausch gab Katharina
von Medici ihr Schloss Chaumont, wo heute das berühmte Gartenfestival
stattfindet.
Ihre letzten Jahre verbrachte Diana zurückgezogen auf Schloß
Anet. Am 22. April 1566 starb sie nach einem Sturz vom Pferd.
Gemälde:
Salvador
Dali Diane de Poitiers
(Anonym)
Diane de Poitiers
Buchtipps:
Linktipps:
Wikipedia-Biographie
Mittelalter
Genealogie: Diana de Poitiers
Informationen
zum Opus Diane de Poitiers von Jacques Ibert (1890-1962)
Chateau
d`Anet
Schloß
Chaumont sur Loire |