| Jean Sisley, geboren in Holland, später eingebürgerter Franzose, war der Neffe des Blumenmalers Van Daels. Er besaß umfangreiche Gartenbaubetriebe in Paris, in Versailles
und in Lyon und war einer der Gründer der Lyoner Gartenbauvereinigung (heute Lyon Horticultural Association.
Jean versuchte nach Gesprächen mit dem englischen Züchter Bennett, der ihn besuchte, die französischen Rosenzüchter zu überzeugen,
ihre Züchtungsmethoden zu verbessern, doch die meisten wollten sich nicht mit Arbeit belasten, die die Natur doch kostenlos selbst erledigte.
Zitat aus Lebl's Illustrirte Gartenzeitung: (No. 59, 60) - Quelle)
"Ein Herr Jean Sisley behauptet, die natürliche Befruchtung gehe bei den meisten
Rosen vor sich, ehe sich die Fetalen entfalten; in einer aufbrechenden Knospe der gewöhn-
lichen Mouatsrose z. B. finde sich die Narbe schon mit Pollen belegt. Man müsse deshalb
behufs künstlicher Befruchtung einer Rose vor deren Entfaltung die Staubgefässe entfernen
und dann Pollen einer anderen Varietät auf die Narbe bringen. In demselben Artikel wird
sodann über neue Rosenvarietäten berichtet, die ein Herr Benaet ([Bennett] Manor Farm Nursery,
Stapleford, Salisbury, England) durch sein übrigens von ihm geheim gehaltenes Befruchtungs-
verfahren erzielt habe. Die künstliche Befruchtung der Pelargonien nimmt derselbe J. Sisley in einem
Gewächshause vor, in welchem er die Pflanzen gegen Regen und Insectenzutritt geschützt
hält; die Proterandrie der Pelargonien erleichtert ihre Kreuzung. Die zum Gelingen
nöthigen Maassregeln werden einzeln beschrieben".
Doch irgendwann ließen man sich wohl überzeugen: im Frühling 1880 wurde auf der Tagung der Horticultural Society in Lyon entschieden, wie man die neue Rosenklasse, die weder Teerosen noch Remontantrosen waren und die gezielt gezüchtet worden waren, benennen sollte - man einigte sich - bekannterweise - auf "Teehybriden".
Robert Fortune hatte 1865 Rosa multifora von Japan nach England geschickt. Von England aus war sie an den Bürgermeister von Lyon geschickt worden, der sie im 1856 angelegten Parc de la Téte d’Or der Stadt pflanzen ließ. Doch die Stadtverwaltung war nicht zufrieden mit ihr und wollte sie entfernen; Sisley nahm sie sich für seinen eigenen Garten. 1860 schenkte er seinem Freund, dem Rosenzüchter Guillot einige Samen. Ob von Jean Sisley’s Samen oder eher von nachfolgenden Generationen erzeugte Jean-Baptiste seine berühmte Polyantha 'Pacquerette'. Wohl aus Dankbarkeit widmete Guillot zwei seiner Teerosen Sisleys Töchtern: 'Marie Sisley' (1868) und 'Aline Sisley' (1874).
1879 benannte der ebenfalls mit Sisley befreunde Züchter Bennett eine Teehybride 'Jean Sisley'.
Sisley züchtete Pelargonien und entwickelte die erste doppelte weiße Zonal-Pelargonie, die er nach seiner Tochter 'Aline' benannte; auch die Canna Hybride Jean Vaudael (1869) stammt von ihm. 1835 selektierte er eine Remontantrose, die er nach sich selbst benannte: 'Sisley'.
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