| Kronprinzessin Sophie Charlotte von Braunschweig-Lüneburg,
die einzige Tochter des Herzogs und späteren Kurfürsten
Ernst August von Hannover (weltlicher Bischof des Bistum Osnabrück)
und der Sophie von der Pfalz in Iburg war ab 1701 Königin von
Preußen als Gattin Friedrich I von Preußen.
Am 6. Oktober 1685 hat sie ihren ersten Sohn geboren, der auf den
Namen Friedrich August getauft wurde, jedoch wenige Monate später
starb. Nach einer Fehlgeburt 1687 kam am 15. August 1688 - kurz nach dem
Tod des Kurfürsten Friedrich Wilhelm - der Kurprinz Friedrich Wilhelm,
der spätere König Friedrich Wilhelm I. zur Welt.
Das Interesse für Gartenkultur und Ahnenkult, Musik und Chinamode
und auch der Umgang mit Gelehrten erbte sie von ihrer Mutter Sophie von
Hannover.
Friedrich I schenkte ihr 1690 das Schloss Caputh bei Potsdam,
das bis 1689 Sommersitz der Kurfürstin Dorothea gewesen war. 1695
tauschte die Kurfürstin Caputh gegen das näher an Berlin gelegene
Lützow ein und ließ dort durch den Architekten Johann Arnold
Nering den ersten kleinen Bau errichten, dem sie den Namen "Lietzenburg"
gab.
Im Sommer 1697 wurde mit der Anlage des Gartens in Lietzenburg begonnen.
Dazu hatte sich Sophie Charlotte 1695 an ihre Cousine Elisabeth
Charlotte in Paris gewandt. Sie empfahl einen Schüler des berühmten
André Le Nôtre, den erfahrenen Gärtner Simon Godeau und
schickte ihn nach Berlin. Es entstand in Lietzenburg ein französischer
Garten in der Manier Le
Nôtres.
Von Anfang März bis Mitte November lebte Sophie Charlotte hier
wenige Jahre bis zu ihrem frühen Tod 1705 und führte ein gesellschaftliches
Leben, das ihrem Hof den Beinamen "Musenhof" einbrachte.
Nach der Krönung Friedrich I im Jahr 1701 in Königsberg
wurde das Lustschloss Lietzenburg ab 1702 zu einem repräsenativen
Barockschloss ausgebaut. Heute ist es nach ihr "Schloß Charlottenburg"
benannt.
1705 von König Friedrich I. zur Stadt erhoben, entwickelte
sich das ehemalige Lietzenburg in den Jahren der Industrialisierung zur
reichsten Gemeinde Preußens, ehe es 1920 ein Stadtteil von Berlin
wurde.
Sophie Charlotte begründete die Berliner Akademie der Wissenschaften
und ist begraben im Berliner Dom.
(Quelle u. a. Referat
von Gerhild H. M. Komander)
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