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Rosen - Namensgebung: Johann Friedrich August Borsig
(23.6.1804 -1854)
Johann Friedrich August Borsig (23.6.1804 -1854), der Gründer
der Borsig-Werke ("Lokomotivkönig") baute für seine Familie 1849
in Berlin- Moabit. Der Architekt Johann Heinrich Strack war für den
Bau der Villa, Peter Joseph Lenné für den Park verantwortlich.
Der Park war gegen ein Eintrittsgeld (ging in die unternehmenseigene Krankenkasse)
für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach der erfolgreichen
Erstkultivierung in England trat Victoria regia, ein Seerosengewächs,
seinen Siegeszug durch die Gewächshäuser in Europa und den USA
an. Auf dem Kontinent blühte die exotische Wasserpflanze erstmals
1850 in Gent bei Louis van Hutte, es folgten die Botanischen Gärten
von Herrenhausen und Hamburg. Vierte Station war Berlin. Hier wetteiferten
der Königliche Botanische Garten in Schöneberg und August Borsig
um die erste Blüte. Das freistehende "Victoriahaus" in Borsigs Moabiter
Privatgarten, nach dem Vorbild des von Paxton
erbauten Kristallpalastes der Londoner Weltausstellung 1851 erbaut, entstand
nicht allein aus gärtnerischem Ehrgeiz, sondern stellte zugleich einen
technischen Prototypen dar. Von einem Kultivierungserfolg erhoffte sich
Borsig auch öffentliche Aufmerksamkeit für die in seinen Fabriken
hergestellten Treibhäuser, Fontänen- und Bewässerungsanlagen.
In seiner Privatgärtnerei entstand Cypripedium hbyridum 'Frau Geheimrat
Borsig'. Am 19. Juli 1852 entschied Borsig den Wettlauf um die erste Blüte
für sich: seine Victoria blühte drei Tage vor dem Exemplar im
Königlichen Botanischen Garten in Schöneberg. (Quelle)
Sein Sohn August Ludwig Albert Borsig (1829 -1878) erwarb 1866 das
Gut des vormaligen Itzenplitz’schen Schlosses in Groß Behnitz im
Havelland, bereicherte die Parkanlage mit seltenen Bäumen und machte
sich einen Namen als Pflanzenmäzen. 1863 ließ er die Gartenhalle
im Park der Villa in Moabit erbauen. Nach ihm wurde die 1848 aus Mexiko
in Europa eingeführte Kletterpflanze 'Monstera
borsigiana' (auch 'Monstera deliciosa var. borsigiana') benannt. Auf
mehr als 2000 Hektar etablierte Albert in Behnitz ein landwirtschaftliches
Mustergut, das sich als Landgut
Borsig saniert mit Café am See und Hotel zum touristischen Anziehungspunkt
im Havelland entwickelt und wo heute ein Gartenevent stattfindet. Nach
ihm benannt ist der Borsigplatz in Dortmund, an dem 1909 der Fußballverein
Borussia Dortmund gegründet wurde. Nach seinem Tod wurden die Borsig-Werke
einem Kuratorium unterstellt, bis seine Söhne alt genug waren und
1894 die Firmenleitung übernehmen konnten. Zu seinem 100jährigen
Todesjahr erschien eine Briefmarke.
Der Frau Margarete (geborene Gründler) des Sohnes Ernst August
Paul Borsig (13.9.1869 - 6.1.1933) ist die Rose gewidmet.
Ernst war Vorsitzender der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
- heute BDA - und des Reichsverbandes der Deutschen Industrie. Er führte
mit seinen Brüdern Arnold Borsig (1867-1897) und Conrad Borsig (1873-1945)
die Firma und verlegte 1898 den Berliner Sitz vom Berliner Stadtzentrum
nach Tegel. Dann erwarb er von Nachkommen der Familie von Humboldt die
damals noch durch Sumpfland getrennten Inseln Großer und Kleiner
Reiherwerder. Beim Bau des Wohnhauses (Villa Borsig) legte Ernst Wert darauf,
dass die neue Villa dem Potsdamer Schloss Sanssouci ähnelte. 1906
Jahr zog er mit seiner Familie dort ein und setzte die Gartenleidenschaft
seiner Großvaters fort.
Die Villa Borsig (Briefmarke
mit der Abbildung ist seit Ende 2005 Gästehaus sowie Aus- und
Fortbildungsstätte des Auswärtigen Amtes. Der gepflegte Park
beherbergt viele exotische Pflanzen, ist aber nur selten zugänglich.
1911 wurden Villa und Treibhäuser in Moabit abgerissen.
Linktipp: Geschichte
der Borsig-Gruppe
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