| Marie-Adélaïde, Grand Duchess of Luxembourg (Luxembourgish: Marie Adélaïde Theresia Hilda Antonia Wilhelmina vu Lëtzebuerg; Frankreich: Marie Adélaïde Thérèse Hilda Antonie Wilhelmine de Luxembourg (1894-1924) war die älteste Tocher des protestantischen Großherzogs von Luxemburg, William IV, (Wilhelm Alexander von Nassau; Biebrich (1852-1912) und dessen katholischer Ehefrau Maria Anna do Carmo de Bragança (1861-1942, Infantin von Portugal) und somit Prinzessin von Luxembourg. Sie wurde wie ihre 5 Schwestern katholisch erzogen, wie der vorwiegende Teil der luxemburgischen Bevölkerung.
Von einer schweren Krankheit gezeichnet, ernannte Wilhelm 1908 seine Gemahlin zur Statthalterin im Großherzogtum, bevor sie im gleichen Jahr zur Regentin bestimmt wurde. Dieses Amt bekleidete die Großherzogin bis zum Tod Wilhelms am 25. Februar 1912, bevor sie eine zweite Regentschaft unter der Minderjährigkeit ihrer Tochter Großherzogin Marie-Adélaïde bis zu deren Volljährigkeit ausübte.
Ihr Vater hatte die Thronfolge zugunsten seiner ältesten Tochter abgeändert, da abzusehen war, dass mangels männlichen Nachwuchses sämtliche Linien des Gesamthauses Nassau nach seinem Ableben ausgestorben sein würden.
Marie-Adélaïde bestieg mit 18 Jahren den Thron; sie war die erste regierende Großherzogin von Luxemburg und der erste seit 1296 innerhalb des Landes geborenene Herrscher. Ihre Mutter zog sich auf den Witwensitz Schloss Hohenburg bei Lenggries in Bayern zurück.
Unerfahren und dazu noch sehr schlecht beraten, war Marie-Adélaïde den Anforderungen an ihre Person in den
schwierigen Zeiten während des Ersten Weltkrieges 1914 – 1918 nicht gewachsen. So feierte sie 1915 trotz der grausamsten Hungerperioden in der tausendjährigen Geschichte des Landes am 14.6. das traditionelle feierliche Te Deum in der Kathedrale zu Luxemburg in Anwesenheit des Dt. Offizierstabes. Und sie beging den unverzeihlichen Fehler, den Deutschen Kaiser Wilhelm II., der sein Hauptquartier 1914 in Luxemburg aufgeschlagen hatte, zu empfangen.
Deshalb sah sie sich nach dem Krieg wegen der ihr vorgeworfenen prodeutschen Politik während des Krieges nicht nur im eigenen Land isoliert, sondern auch bei der belgischen und bei der französischen Regierung.
Auf Druck der Alliierten, die drohten, das Großherzogtum zu besetzen, dankte sie am 9. Januar 1919 zugunsten ihrer jüngeren Schwester Charlotte (1896–1985) ab. Luxemburg erhielt eine geänderte Verfassung und wurde konstitutionelle Monarchie.
1920 trat sie in Modena / Italien in ein Karmelitenkloster ein und schloss sich später der Kleinen Schwestern der Armen in Rom an.
Ihr schlechter Gesundheitszustandes erlaubte es ihr nicht, Nonne zu bleiben und so zog sie zum Witwensitz ihrer Mutter nach Hohenburg, wo sie 1924 starb.
Am 22. Oktober 1947 wurde ihr Leichnam in der herzoglichen Gruft der Kathedrale Notre-Dame in der Stadt Luxemburg beigesetzt.
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