Die Königin von Serbien Natalija (frz. Nathalie) Keško, Tochter des russischen Obersten Keschko und der rumänischen Prinzessin Pucherie Stourdza heiratete 1875 Milan Obrenovich, Sohn des Miloch, der seit 1817 Prinz von Serbien war. Im Vertrag von Berlin von 1878 erkannten alle Grossmächte Serbien als unabhängig an; es erklärte sich 1882 zum Königreich. Milan wurde der erste König unter dem Namen Milan I, und Nathalie wurde somit zur ersten Königin von Serbien.
Natalija verließ mit ihrem 1876 geborenen Sohn Alexander ihren Gatten ("König Lustig des Balkans"), dessen ausschweifendes Leben, seine Affäre mit Jennie Churchill, der Mutter von Winston Churchill und seine Trunk- und Verschwendungssucht sie mißbilligte. Nach einer Irrfahrt über Florenz und Wien, immer auf der Flucht vor den Häschern des Königs, kaufte sie schließlich die Villa Clementine in Wiesbaden. König Michael fand sie aber und verlangte die Herausgabe des Thronfolgers, um die Dynastie zu sichern. Die Presseberichterstattung überschlug sich 1888, um über den weithin als Polit-Skandal betrachteten "Wiesbadener Prinzenraub" bzw. "Serbischen Prinzenraub" mit Amtshilfe des Kaisers persönlich zu berichten.
Am 3. Januar 1889 dankte ihr Milan überraschend und ohne wichtigen Grund ab. Natalija wurde Regentin für ihren noch minderjährigen Sohn und übte großen politischen Einfluss auf ihr Land aus. Sie missbilligte die Beziehung und spätere Heirat ihres Sohnes zu ihrer Hofdame Draga Lunjevica (auch bekannt unter dem Namen Draga Mašin) und wurde schließlich von ihrem Sohn des Landes verwiesen und verbannt. Alexander, kinderlos geblieben, wurde 1903 mit seiner Frau in einem Staatsstreich ermordet, Natalija blieb die einzige Erbin und verschenkte viel von ihrem ererbten Vermögen an die Universität Belgrad sowie zahlreiche Kirchen und Klöstern in Serbien. Im selben Jahr konvertierte sie zum katholischen Glauben und wurde Nonne, blieb für die restlichen Jahre ihres Lebens im Exil in Paris, dann in London, wo sie am Hofe von Eduard VII verkehrte. Eduard VII, der ein Stammgast in Biarritz war, riet Nathalie zum Kauf eines Waldgrundstücks von ungefähr 40 ha in Bidart. Auf diesem Grundstück hatte sie um 1892 eine fantastische Villa bauen lassen: "Les Ailes" (die Flügel“), die man von den Höhen von Ilbarritz aus bewundern kann.
Natalija verstarb 1941 in Paris. Ihre "Memoiren der Königin Nathalie von Serbien" erschienen in Belgrad, 1891 in Deutschland.
Der Natalien-Orden, als "Auszeichnung der Fürstin Natalie", wurde zu Ehren der Fürstin 1878 als Damenorden eingerichtet und am 22. Februar 1886 in "Verdienstmedaille der Königin Natalie" umbenannt.
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