Die
Rose im Volksbrauchtum
In der Alchemie (Alchimie)
galt die Rose als flos sapientiae, als Blume der Weisheit und als
Bild des klaren Geistes.
Die leicht gefüllten Rosen mit sieben
Blattreihen symbolisieren in den Augen der Alchimisten (Alichimisten) die
sieben Planeten mit den dazugehörigen Metallen und das Geheimwissen,
das fortschreitend erworben wird. Noch heute stehen Rosen Esoterikern
und Mystikern nahe.
Pflanzte man drei rote Rosen in einen Kräutergarten,
dann blieb, so glaubte man früher, Gesindel fern.
War in Bayern die Milch verhext, so schlug
die Bäuerin mit einer Hagebuttenrute ins Feuer. Überhaupt schützten
Hagebutten gegen Behexung.
Aus Dankbarkeit für
den Beistand bei schweren Geburten vergruben nach gutem Verlauf Hebammen
einst die Nachgeburt unter einem Rosenbusch - unter der Hundsrose,
die der Fruchtbarkeitsgöttin Frigga geweiht war.
Der Teufel soll sich die Kletterrosen erschaffen
haben, um auf den dornigen Stacheln in den Himmel steigen zu können!
Von roten Rosen träumen bedeutet
deshalb: Erfolg in der Liebe; von verwelkten Rosen Armut und Enttäuschung).
Die 1643 in Hamburg gegründete, bis 1705 bestehende Deutschgesinnte
führte als Symbol eine Rose.
Llassen Sie sich vor allem vom Rosenduft
"verzaubern"!
Weltweit würdigten und würdigen noch heute Literaten
und Musiker die komplexe Symbolik der Rose; hier geht es zu unserer
Sammlug
von Rosengedichten, Rosenmärchen, Rosenliedern,
Rosenzitaten.
Die
politische Rose
Rosen dienen auch als politische Botschafter. In den „Rosenkriegen“
gelten sie als Symbole der rivalisierenden Häuser York (weiße Rose) und Lancaster (rot.)
Am 14.3.1912 haben Textilarbeiterinnen in Lawrence, Massachusetts
/ USA gestreikt. Auf ihren Transparente stand: "Brot und Rosen";
sie forderten nicht nur gerechten Lohn (Brot), sondern auch eine menschenwürdige
Arbeits- und Lebensumgebung (Rosen). Der Slogan stammte aus einem Gedicht
"Bred and Roses" von James Oppenheim (PDF-Datei
Text und Übersetzung) das 1911 im American Magazine veröffentlicht
wurde.
Bei der Gründungsversammlung der Vereinigten Nationen in San
Franzisko
fanden die 49 Delegationschefs in s ihrem Hotelzimmer die Rose 'Peace'
- mehr hier.
Als „Weiße Rose“ wiederum machte eine Widerstandsgruppe gegen
den Nationalsozialismus Geschichte - mehr
hier..
Rosen im Wappen
Die Rose ist in vielen Wappen enthalten
- die "Wappenrose" ist z. B. auf Wappen von Großbritannien
und auch Martin Luther griff auf die Symbolik zurück - siehe
"Lutherrose"
Die
Rose im Christentum
Sub rosa dictum - unter der Rose gesagt bedeutete
Pflicht zur Verschwiegenheit. Deshalb befinden sich an vielen Beichtstühlen
alter Zeit Rosen angebracht, eingeschnitzt in das Holz.
Im Christentum ließen mystischen
Schwärmereien über das rosenfarbene Blut Christi bald Blut und
Rose in Wechselbeziehung treten und das Christentum entwickelte
seine eigene Rosensymbolik. Auf christlichen Gräbern in den Katakomben
findet man Blumen- und Rosendarstellungen als Zeichen der Paradieses-
und Auferstehungshoffnung.
Die alten Kulte wurden im neuen Gewand aufgenommen;
alle Attribute und selbst einzelne Mythen von der Aphrodite
gingen auf die Jungfrau Maria, die Gottesmutter über So hat die Rose
als Sinnbild der Gottesmutter ihren festen Platz in der Ikonographie, bekannt
auch die für die gotischen Kathedralen gefertigten großen Glasfensterrosen,
die den strahlenförmig angeordneten Blättern der Blüten
nachgebildet waren (Rosetten).
Man " heiligte" die Rose (gegenüer dem heidnischen Brauchtum)
als Sinnbild Mariens (Sixtinische Madonna, Madonna / Maria im Rosenhag)). Maria
wird durch die dornenlose Rose als Immaculata und frei von der Erbsünde
ausgezeichnet. Die weiße Rose gilt als Symbol ihrer Jungfräulichkeit
Marias, während die rote Rose mit der Anteilnahme Marias an
der Passion ihres Sohnes und dem Blut Christi assoziiert wird. Die
Fünfzahl an Rosen soll auf die fünf Wunden des Heilands
hinweisen. Der Rosenkranz, eine Gebetsschnur
oder Kette der Katholiken, begleitete das Gebet der Gläubigen
und setzte dieses mit der Entfaltung der Rose gleich ("Rosenkranzmadonna"
Rosenhagmadonna, Maria als Rosenkranzkönigin). Die Glieder des Rosenkranzes bestanden angeblich früher aus Rosenhagebutten.
Die Gottesmutter Maria wurde als "Rose ohne Dornen" bezeichnet, als die
"Rose des Paradieses". Der Rosenkranz drückt als christliches Gebet
noch heute die Hochachtung vor dieser Blume aus. Das Rosenkranzfest wird
am 7. 10. gefeiert. Ausführliche
Abhandlung über den Rosenkranz
Die „Goldene Rose“ stellte
eine päpstliche Auszeichnung für Verdienste um die Kirche dar.
Gläubige benutzten angeblich die Rose,
um sich vor dem Einfluß des Teufels zu schützen...
"Ach Mutter, ich bin im Rosengarten gewesen,
da hab ich mir einen Dorn in den Fuß getreten."
"Jawohl - wohl einen Dorn in den linken Fuß,
davon du dreiviertel Jahr hinken mußt."
Da weinte das Mädchen sehre.
(Volksmund)
"Krone, Brot und Rosen“ - unter diesen drei Begriffen wird das Leben
und Wirken der Heiligen
Elisabeth von Thüringen, einer der bedeutendsten Frauen des Mittelalters,
oft zusammengefaßt.
Die Rosette (französisch für kleine Rose) bezeichnet in der Architektur ein
häufig recht großes, in der Regel über dem Portal angeordnetes,
kreisrundes Fenster zumeist gotischer Kirchen oder Synagogen bzw. die auf
Wänden als Dekoration angebrachte Stuckrosette symbolisiert mit der
Rose die Vollkommenheit der sich nach allen Seiten verbreitenden Liebe
des Göttlichen.
Der
Rosenapfel (Rosengalle, Schlafapfel)
Verursacht durch die Rosengallwespe findet man
an Wildrosen zuweilen den Schlapfapfel (Diplolepis rosae, auch
Rosenapfel oder Rosenschwamm genannt). Diesen legte Odin der Sage
nach unter das Haupt der Brunhilde, damit sie entschlief. Noch im Mittelalter
sollte er Schlaf bringen, wenn "behexte" Kinder nachts weinten und Bader
führten diese Zauberkugeln im Angebot. Auch
den Rasenden, den Geisteskranken wurden die Rosenäpfel zur Beruhigung
unter das Kopfkissen gelegt. (Quelle)
Und deshalb hat wohl Dornröschen 100
Jahre geschlafen ...
"Solche auch Kuenz genannte Galle soll
unter das Kopfkissen eines Schlafenden gelegt diesen solange schlafen
lassen, bis man ihn entfernt. Quelle
Plinius, der Ältere empfahl den Schlafapfel der Hundrose gegen Kahlköpfigkeit.
Heute, 24.09.00, gegen 08.00 Uhr, beobachtete
ich aus ca. 20 m Entfernung ein ad. Kleinspechtweibchen wie es ca. 10 bis
15 Minuten einen, von einer Rosengallwespe (Diplolepis rosae) erzeugten,
Schlafapfel (moosartige Galle an Wildrosen, auch Bedeguare oder Rosenschwamm
genannt) bearbeitete. Die 6 bis 7 cm dicke Galle (später nachgemessen)
wurde zuerst von der Seite und dann von oben geöffnet. Welche Ausdauer
und Energie das Spechtweibchen dabei aufwendete war beeindruckend. Durch
mein Spektiv konnte ich mehrmals eine weißliche Zunge (leichtes Gegenlicht)
sehen, die blitzschnell in das Gewächs gestoßen wurde. Nachdem
der Kleinspecht weggeflogen war, nahm ich die Rosengalle in Augenschein
und konnte ca. 30 leere Kammern zählen. Üblicherweise befindet
sich in jeder Kammer eine Larve, die sich verpuppt und so überwintert.
Bis heute war es mir völlig fremd, daß außer Schlupf-,
Erz- und wenigen Gallwespenarten auch Spechte Feinde dieses Rosenparasiten
sind.
Quelle: W. Lang
Botanisches über den Rosenapfel |