Jean Baptiste
Guillot (Père, 1803-1882), genannt "Père Guillot" (Vater Guillot),
gründete 1826 seine Gärtnerei in Lyon, die er
ab 1829 "La Terre des Roses" nannte und begründete damit die Rosenzüchtertradion
in Lyon. Er arbeitete später mit Joseph
Schwartz zusammen und brachte 1842 'Lamartine', 'Mme
Bravy' 1846 heraus.
Sein Sohn
Jean Baptiste André (Guillot Fils, 1827-1893)
übernahm 1849.
Im gleichen Jahr erfand er das Verfahren, das ihm die Anerkennung der Rosenzüchter
der ganzen Welt einbringen sollte, das Okulieren am Wurzelhals des Wildlings.
Jean-Baptiste heiratete 1850 Andé Catherine Berton (Rose
Catherine Guillot 1861),
deren seit 1690 in la Guillotière ansässige Familie seit
fünf Generationen gärtnerisch tätig war.
1852 verließ er die Firma seines Vaters und gründete einen
eigenen Betrieb "Guillot Fils"
Obwohl sie ein Zufalls-Sämling war und nicht seine Züchtung.
ging er mit
'La France' (1867, wichtige Elternsorte) in die Geschichte ein, denn diese Rose begründete die Klasse der Teehybriden; heute zählen alle vorherigen Klassen zu den "Alten Rosen", die neuen zu den "Modernen Rosen".
Seine erfolgreiche Polyantha 'Paquerette'
('1875) eröffnete als wichtige Elternsorte den Reigen der remontierenden Polyanthas.
Weitere wichtige Sorten:
'Lord Raglan'
(1854),
'Impératrice
Eugénie' und 'Joséphine de
Beauharnais' 1856,
'Mme. Falcot'
(1858),
'Baron
Gonella' und 'Louis XI' 1859,
'Catherine
Guillot' (1861),
'Horace
Vernet' (1866),
'Catherine
Mermet' und
'Comtesse
d`Oxford '1869,
'Abbe Bramerel'
1871,
Belle des
Jardins und
Maria
Accarie' (1872),
'Mignonette'
(1880), Etoile
de Lyon (1881),
'Mme de Watteville' (1883)
Ab 1884 beteiligte Jean-Baptiste André seinen Sohn
Pierre Guillot (1855-1918)
an der Führung des Unternehmens. Gemeinsam brachten sie 16
Sorten heraus, die unter dem Namen "Guillot & Fils" in den Handel
kamen - z. B.
'Gloire
Lyonnaise' (1885), ' 'Gloire des Polyanthas' (1887, die erste
pinkfarbene Polyantha ), 'Mme
Laurette Messimy' (1888),
'Irène
Watts' (1896)
Pierre Guillot übernahm den Betrieb dann 1892 allein, züchtete aber nur wenig - 41 Sorten - darunter
'Comtesse
du Cayla'
und 'Mme Léon
Pain'.
Seine Frau
Marie-Louise Guillot (geborene Compagnon),
mit der Pierre drei Kinder Hélène, Marguerite und
Marc (1899-1953) hatte, führt den Betrieb nach seinem Tod als
Vve Guillot ( Vve = Witwe) weiter. Sie züchtete z. B. Comtesse
de Cassagne (1919), Mme
Hippolyte Dumas (1924), Justino
Henriquez (1926).
Marc Guillot
(1900) übernahm nach dem Tod seiner Mutter am 9. September 1926
und verlegte den Betrieb nach St. Priest / Isère. Er führte
die noch von seiner Mutter gezüchtete und zum Andenken an ihren Ehemann
benannte Rose 'Souvenir de Pierre Guillot' 1928 sowie die Züchtung
seiner Mutter Infante
Beatrice ( 1930) ein. Eine eigene Züchtung war die 1950 in den
Handel gebrachte Kletterrose 'Fire Glow'.
Bei seinem frühen Tod im Jahr 1953 hinterlässt er vier
Söhne; der älteste, Jean-Pierre (1943) ist erst 10 Jahre alt
und so muß seine Frau
Juliette Guillot (geb. Granjon)
bis zur Übernahme durch den ältesten Sohn im Jahr 1972 die
Firma führen. Ihre eigene Züchtung: Mikado
(1972).
Jean-Pierre Guillot
übernimmt also 1972, zieht um nach Champagnieu und
firmiert als "Roseraies Pierre Guillot".
Jean-Marc Guillot,
der jüngere Bruder nutzte hingegen die Freiheit und ging seinen eigenen
Berufswünschen nach: Er studierte, bereiste die Welt und unterrichtete
an einer Landwirtschaftsschule in der Schweiz, bis er 1979 in den elterlichen
Betrieb einstieg.
Nach jahrelangen Forschungen in Gärten von L’Haÿ,
Lyon oder Bagatelle, führt vor allem Jean-Pierre sämtliche noch
existente hauseigene Sorten wieder zusammen und ergänzt sie durch
die besten Sorten, die seit dem XVII. Jahrhundert gezüchtet wurden.
So bieten die Brüder 1990 den Liebhabern eine erste Liste mit 160
alten Rosensorten an. Im Jahr darauf erscheint der erste illustrierte Katalog,
der ausschließlich den Alten Rosen gewidmet ist.
Mit
Dominique Massad,
der Tochter von Paule Jennet Massad geb. Guillot (1929)
hat er sich dann - firmierend als "Guillot-Massad", zusammengetan,
um neue Rosen zu züchten, die den Charme und die Vielfalt der alten
Rosen mit den Qualitäten moderner Rosen verbinden - eine französische
Antwort auf von Austin`s Englischen Rose, die sie unter dem Namen "Les
nouvelles Roses Anciennes" bwz. "Rosa Générosa
®" zusammengefasst haben.
Hierzu zählen z. B. : 'Sonia
Rykiel' und 'Manuel
Canovas' 1995,
'
Martine Guillot
'1996, 'Mme
Paule Massad', 'Jardins
de Viels Maisons', 'Paul
Bocuse' ,
'Morabito' ,
Claudia Cardinale' und 'Florence Delattre'
(1997),
'Versigny' und
'Eliane Gillet'
1998, Cybelle 1999,
Emillien
Guillot 2001
Amandine Chanel 2004,
Souvenir de Robert Schuman
Festival
des Jardins de Chaumont 2006
Buchtipps:
Joyaux, Francois / Vincent Motte / Jean-Pierre Guillot Deux siècles de roses: Les Créations Guillot
Quelle:
Biographie von Harkness
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