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Rosenzüchtung

Rosenklassen: Einteilungen, Klassifizierungen der Rosenarten und Rosensorten

Wildrosen | Alte Rosen | Moderne Rosen | Einteilung nach Wuchsform,, Verwendung, Versandart | Sonstige Einteilungen

siehe auch: Geschichte der Rosenzüchtung

Wer teilt ein?

Eine der ältesten Einteilung findet man im Kräuterbuch von Jacobus Theodorus Tabernaemontanus von 1625 (er spricht von "Geschlechtern"- Rosengeschlechtern). 
Seit den Anfängen der Rosenzüchtung im 18. Jahrhundert bis heute sind weltweit über 30.000 Rosensorten entstanden. Sie werden verschiedenen Gruppen zugeordnet, die sich in Wuchs- und Blühverhalten sowie den Pflegeansprüchen (vor allem Schnitt) unterscheiden.

Die intensive Züchtungsarbeit der letzten Jahrzehnte, mit der zahlreiche Züchter Sorten der verschiedensten Gruppen untereinander kreuzten und so die Gruppen derart ineinanderfließen oder sich überlappen, führte dazu, daß auch die Rosenexperten keine exakte Trennung mehr durchführen können. So manche Rose wird deshalb von dem einen in diese und von einem anderen in eine andere Klasse gesteckt. Es gibt bisher keine international bindende Vorschrift über die Klassifizierung und demzufolge sind in verschiedenen Ländern unterschiedliche Einteilungen üblich. 

Die wichtigsten Klassifizierungsversuche wurden erarbeitet
1) von der American Rose Society 
2) vom Weltverband der Rosengesellschaften (World Federation of Rose Societies) von 1979)
3) vom Verband britischer Rosenzüchter

Die Engländer unterscheiden drei große Hauptgruppen: 
1. Arten, 
2. Sorten bis 1970, 
3. Sorten ab 1970. 

Die Amerikaner kennen den Einschnitt nach Einführungsjahr nicht.  Sie haben wesentlich mehr Rosenklassen und Untergruppen als die anderen, halten sich etwa an die bisher übliche Einteilung, wobei für die in Deutschland übliche Unterteilung nach Floribunda- und Polyantha-Hybriden nur die Gruppe Floribunda vorhanden ist. Bei den Kletterrosen unterscheiden  sie je nach Wuchstyp zwischen Rambler und Climber (was sich auch bei uns langsam durchsetzt). In ihrem System wird ein Code aus einer römischen Zahl und einem Buchstaben verwendet, dazu kommt noch ein Farbschlüssel, der aus den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnung besteht. Demach stellt, um ein Beispiel anzuführen, die Bezeichnung ,,III C or" eine orangerote Floribundasorte dar. 

Ganz grob sind sich alle einig, die Rosen in "Wildrosen" und "Gartenrosen" d. h. Kultur-Rosen (Edelrosen) aufzuteilen.

In Deutschland richtet man sich in etwa nach der Klassifizierung des Weltverbandes der Rosengesellschaften. 
Zeitlich unterscheidet man neben den Wildrosen: "Alte Rosen" (auch "Antike oder Historische Rosen") und "Moderne Rosen", die jeweils viele Untergruppen bilden.
 

Zeitliche Einteilung: Wildrosen, Alte Rosen und Moderne Rosen

Wildrosen (botanische Rosen, naturnahe Rosen)

sind botanische Arten, die ohne Zutun des Menschen entstanden sind. Heimat der meisten in der Natur vorkommenden Rosen ist die gemäßigte Zone der nördlichen Halbkugel. Ausnahmen sind einige wärmeliebende Rosen der Subtropen. 
Wildrosen (naturnahe Rosen) gibt es schon zu Urzeiten der Erde.
Heute kennt man etwa 120 Arten, davon sind in Europa etwa 25 heimisch. 
Auch hier entstanden durch die Natur Kreuzungen. Ausgewählte Arten bieten die Wildunterlage für Veredelungen. Wildrosen blühen nur jeweils einmal im Jahr. 
Natürlich kann man sie auch in den Garten pflanzen ( wenn man genügend Platz hat, um ihren ausladenden Wuchs sich entfalten zu lassen)  - als einfassende Hecke oder an Böschungen, die sie mit ihren Wurzeln befestigen. 
Es sind in der Regel einmalblühende Sträucher mit meist einfacher Blüte. Wildrosenpflanzungen sind kostensparend und bedürfen nur wenig Pflege. Sie sind gesund, robust und selten krank, bieten Vögeln einen Nistplatz und mit ihren im Herbst leuchtenden Hagebuttendann Winternahrung.   Die vitaminreichen Hagebutten lassen sich für Hagebutten-Tee,   schmackhaftes Mus und Gelee verwenden (mehr zu Vitaminrosen hier). 
Wildrosen werden für Arzneimittel und Körperpflegemittel verarbeitet. 
Bekannte Wildrosen sind u. a. Rosa agrestis (Acker-Rose), Rosa alba (Weiße Rose), Rosa arvensis (Kriech-Rose), Rosa canina (Hunds-Rose), Rosa gallica (Essigrose) Rosa glauca (Hechtrose) Rosa jundzillii (Rauhblättrige Rose), Rosa majalis (Zimt-Rose), Rosa pendulina (Alpen-Rose), Rosa pimpinellifolia (Dünen-Rose) , Rosa rubiginosa (Wein-Rose), Rosa scabriuscula (Kratz-Rose), Rosa tomentella (Stumpfblättrige Rose), Rosa tomentosa (Filz-Rose), Rosa villosa (Apfel-Rose), Rosa vosagiaca (Blau-Grüne Rose). 

Alte Rosen

Zu den ''Alten Rosen'' zählen Rosen, die einer Rosenklasse angehören, die bereits vor 1867 (der Einführung der ersten Teehybride La France) existierte. Es können also durchaus auch erst kürzlich gezüchtete Rosen sein, die Zugehörigkeit ist nicht am Einführungsjahr zu erkennen. Die Wildrosen Rosa x alba und Rosa x gallica sind gekreuzt wurden, um sie gartentauglicher und attraktiver zu machen (andere Blütezeit, Blütenfare, Wuchsform), deshalb rechnet man diese Sorten zu den "Alten Rosen". Die Sortenbezeichnung müßte also korrekterweise den botanischen Namen unter Zusatz des Sortennamens enthalten, was man aber nur noch selten findet. (Beispiel: Rose gallica ' Violacea' wird heute allgemein verkürzt auf 'Violacea') 

Die Alten Rosen kann man in zwei große Hauptgruppen unterteilen: 
Alte Rosen I 
Gallica (sind rot, rosarot oder rosa, 'Versicolor' ist weiß-rot gestreift. Man bezeichnet sie als "Mutter aller europäischen Gartenrosen")
Alba-Rosen (gelten als die frosthärtesten und vertragen sogar Halbschatten). 
Damascena (Damszener-Rosen)  sind vor allem berühmt wegen ihres betörenden Duftes. 
Zentifolien (mit ihrer Untergruppe der Moosrosen). Die Zentifolien (wörtlich: die Hundertblättrige) sind auf vielen Blumenstilleben des 17. /18. Jahrhunderts abgebildet und gelten als die typische Gartenrose der Urgroßeltern. 

Alte Rosen II 
Öfter blühende (öfterblühende) Rosenfamilien entstanden erst durch das Einkreuzen der China-Rosen (Chinarosen), die vor 200 Jahren nach Europa kamen, und mit Hilfe der nachblühenden Herbstmaszener-Rose: die Chinensis- oder Bengal-Hybriden, 
die Noisette-Rosen
die Bourbon-Rosen,
die Portland-Rosen und dann die 
Remontant-Rosen (Remontanthybriden), die schließlich zu den 
Teehybriden führten. 

Moderne Rosen

Teehybriden, Polyantha, Floribunda, Bodendecker 
Die Teehybriden oder Edelrosen bilden die älteste Klasse der „modernen“ Rosen. 
Polyantha-Rosen, von griechisch polyanthes: vielblütig, sind büschelblütige Gartenrosen, die als Abkömmlinge der Rosa multiflora gezüchtet wurden.   
Die Gruppe der Floribundarosen entstand durch Kreuzung von Teehybriden mit der Wildrose Rosa multiflora. Zusammen mit den Polyantha-Rosen werden sie heute zur Gruppe der Beetrosen zusammengefasst. 
Bodendecker-Rosen  oder auch "Flächenrosen" sind flach wachsende, sich flächig ausbreitende Rosensorten verschiedener Rosenklassen, die meist aus Stecklingen "wurzelecht" vermehrt werden.

Klassische Rosen

Peter Beales prägte den Begriff "Klassische Rosen" und meint damit die Alten Rosen und die heute nicht mehr gängigen Rosen (also auch ältere Teehybriden und Floribundas)

Aufteilung nach Wuchsform , Verwendung, Versandformen

Nach der Wuchsform (Habitus, Erscheinungsbild) und ihrer Verwendung bzw. Verwendungsart spricht man von Wildrosen, Beetrosen (auch: Rabattenrosen), Strauchrosen,   Kletterrosen (Rambler und Climber). Rambler sind weichtriebige Kletterrosen, die z. B. ohne Hilfe in Bäume klettern können oder als Hängerosen als Stammrosen (Halbstamm, Hochstamm) verkauft werden, weil sie wunderbar überhängend wachsen.; Climber haben starke, steife Triebe, die angebunden werden müssen.
Weiter geht es mit Bodendeckerrosen, Zwergrosen (auch: Miniaturrosen, Patio- Rosen,  Ruffle Rosen). Diese  Aufteilung ist die häufigste in den heutigen Katalogen der Rosenfirmen, die dann auch noch - nach der Art der Versandform -  von wurzelnackten oder vorverpackten Rosen bzw. Containerrosen sprechen. 

Sonstige Einteilungen: 

Offiziell noch nicht anerkannt nennt man die Neuzüchtungen von David Austin, die den Charme der Alten Rosen mit den Vorzügen Moderner Rosen (dauerblühend, größere Farbpalette) vereinen: "Englische Rosen". 

Züchter geben mit - teilweise geschützen- Bezeichnungen sogenannte "Reihen" heraus - die Serie der "Flower-Carpet-Rosen" des deutschen Rosenzüchters Noack und die "Explorer-Serie" des kanadischen Züchters Dr. Felicitas Svedja.. Viele Züchter "antworteten" auf die neue Richtung der "Englischen Rosen" mit Reihenbezeichnungen wie "Romantikrosen"(Meilland), Märchenrosen ® (Kordes), "Malerrosen", "Nostalgische Rosen ® "Generosa-Rosen" (Guillot) oder Country-Flowers (Sievers). 

Die Herkunft bezeichnen die "Duftrosen der Provence", oder "Scarman-Rosen" (oder "Ettenbühler-Rosen") des englischen, in Deutschland lebenden Züchters John Scarman. 

Balkon-Rosen, Kübel-Rosen,  Zimmer-Rosen beziehen sich auf den Standort, auf die Winterhärte winterharte bzw. frostfeste Rosen. Es gibt Rosen für rauhe bzw. Nord- oder Nordwest-Lagen, schattenverträgliche Rosen, salzverträgliche Rosen. Auf die Verwendung bezogen spricht man von "Schnittrosen" oder auch Vasenrosen. Sie sind lange als Schnittblume in der Vase haltbar. 

Angaben zur Rosenklasse oder den Zuordnungen der Rosen finden Sie bei den jeweiligen Rosenbeschreibungen!

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Aktualisiert am 23.07.2010